Januar
Wurzeln, Kohl und Geduld.
Grünkohl wird jetzt geerntet, nicht früher. Erst der Frost wandelt seine Stärke in Zucker, deshalb schmeckt er im Januar süß.
Monat für Monat, was in Brandenburg und Berlin aus dem Freiland reif wird. Kein Glashaus, keine Luftfracht. Was hier steht, wächst hier auch.
Wurzeln, Kohl und Geduld.
Grünkohl wird jetzt geerntet, nicht früher. Erst der Frost wandelt seine Stärke in Zucker, deshalb schmeckt er im Januar süß.
Die stillste Zeit im Beet.
Die Küche lebt vom Lager: Pastinake, Steckrübe und das Teltower Rübchen, das schon Goethe sich nach Weimar bestellte.
Das erste Grün kehrt zurück.
In den feuchten Auwäldern an Spree und Havel sprießt der Bärlauch, lange bevor das erste Feldgemüse reif ist.
Der Spargel sticht.
Bei Beelitz beginnt die Saison. Der sandige Boden erwärmt sich schnell und speichert die Wärme, das macht den Spargel besonders mild.
Alles drängt nach oben.
Spargel und Erdbeeren laufen heiß, am Wegrand blüht der Holunder. Aus seinen Dolden wird Sirup für den ganzen Sommer.
Kirschen rot, Spargel tot.
Am 24. Juni, dem Johannistag, endet die Spargel- und Rhabarbersaison. Die Pflanzen brauchen den Rest des Jahres, um wieder Kraft zu sammeln.
Hochsommer im Spreewald.
Jetzt werden die Spreewälder Gurken geerntet, teils noch per Kahn durch die Fließe. In der Lausitz reifen die wilden Blaubeeren.
Die Fülle.
Tomaten, Zucchini und Bohnen aus dem Freiland, dazu Aronia und Sanddorn. Brandenburg ist Deutschlands größtes Aronia-Land.
Erntedank rückt näher.
Die Apfelbäume in Werder hängen voll, in den Kiefernwäldern stehen Pfifferlinge und Steinpilze. Die Kürbissaison beginnt.
Goldener Oktober, volle Lager.
Bei Klaistow türmen sich die Kürbisse. Am Wachtelberg bei Werder, einem der nördlichsten Weinberge Deutschlands, wird gelesen.
Eingelagert für den Winter.
Wurzelgemüse kommt in die Miete, die Jagdsaison läuft. Jetzt schmeckt das Teltower Rübchen am besten.
Frost macht süß.
Rosenkohl und Grünkohl warten auf den ersten Frost. Was jetzt aus dem Boden kommt, hat den ganzen Sommer Kraft gespeichert.
Fünf Landstriche, fünf Spezialitäten. Jede mit ihrem eigenen Boden, ihrer eigenen Saison und einer Geschichte, die älter ist als jeder Supermarkt.
Auf den sandigen Böden südwestlich von Berlin wächst Deutschlands wohl bekanntester Spargel. Der Sand erwärmt sich schnell und speichert die Wärme, das macht die Stangen zart und mild. Zur Saison wird die ganze Region zu einer einzigen Theke aus Höfen und Spargelbuden.
Ein Labyrinth aus Wasserläufen und UNESCO-Biosphärenreservat. Die Gurken wachsen auf kleinen Feldern zwischen den Fließen und werden teils noch per Kahn geerntet. Sauer eingelegt sind sie ein Stück ostdeutsche Esskultur.
Kirschen, Pflaumen, Äpfel und sogar Wein. Am Wachtelberg liegt einer der nördlichsten Qualitätsweinberge Deutschlands. Im Frühling feiert die Stadt das Baumblütenfest, eines der ältesten Volksfeste der Region.
In den lichten Kiefernwäldern der Niederlausitz reifen wilde Blaubeeren, kleiner und aromatischer als jede Kulturheidelbeere. Generationen sind hier im Sommer mit dem Eimer in den Wald gezogen.
Das Teltower Rübchen ist ein winziges, würziges Wurzelgemüse, das gerade auf den mageren Böden südlich Berlins seinen Geschmack entfaltet. Im 18. Jahrhundert eine Delikatesse bis nach Paris, heute ein rares Stück Brandenburger Geschichte.
Kurz und klar beantwortet, für alle, die wissen wollen, wann was reif ist.
Im Juli sind in Brandenburg und Berlin aus dem Freiland unter anderem Himbeeren, Honig, Johannisbeeren, Kohlrabi, Kopfsalat und Sauerkirschen reif. Den vollständigen Überblick gibt der Saisonkalender für jeden Monat.
Die Spargelsaison in Brandenburg läuft von Mitte April bis zum 24. Juni, dem Johannistag. Am bekanntesten ist der Beelitzer Spargel mit EU-Herkunftsschutz (g.g.A.).
Am Johannistag wird die Ernte gestoppt, damit sich die Spargelpflanzen bis zum Winter erholen und Kraft für das nächste Jahr sammeln. Eine alte Bauernregel fasst es zusammen: Kirschen rot, Spargel tot.
Freilanderdbeeren aus der Region reifen von Mitte Mai bis Juli, mit dem Höhepunkt im Juni. Viele Felder rund um Berlin laden zum Selbstpflücken ein.
Die Gurkenernte im Spreewald läuft von Juli bis September. Spreewälder Gurken sind eine EU-geschützte Spezialität (g.g.A.).
Im Winter liefern Lager- und Frostgemüse: Grünkohl, Rosenkohl, Pastinake, Steckrübe, Feldsalat und das Teltower Rübchen. Grünkohl schmeckt nach dem ersten Frost am süßesten.
Kürbisse werden von September bis November geerntet, mit dem Höhepunkt im Oktober. Bekannt sind die Kürbisberge auf dem Erlebnishof Klaistow.
Wilde Heidelbeeren reifen in der Niederlausitz von Juli bis August. Sie sind kleiner und aromatischer als Kulturheidelbeeren.